Steißbeinschutz

Steißbeinschutz /Steißbeinprotektor

Das Steißbein ist der untere, hintere Abschnitt der Wirbelsäule. Es dient verschiedenen Bändern und Muskeln des Beckens, insbesondere des Beckenbodens und der Hüftgelenke, als Ansatzpunkt. Das Steißbein besteht aus vier bis fünf Steißwirbeln, die bei den meisten Menschen aber durch Synoptose zu einem einheitlichen Knochen verschmolzen sind. Durch einen Sturz auf das Gesäß  kann das Steißbein luxieren oder brechen. Beide Verletzungen sind sehr schmerzhaft aber im Gegensatz zu Wirbelsäulen- oder Kopfverletzungen glücklicherweise selten lebensbedrohlich. Betroffene können wegen der Schmerzen kaum mehr sitzen und Bewegungen, bei denen Beckenmuskeln angespannt und somit Kräfte auf das Steißbein ausgeübt werden sind oft mit starken Schmerzen verbunden. Steißbeinschutz

Wer ist gefährdet?

Bei vielen Sportarten existiert ein erhöhtes Risiko für Steißbeinprellungen oder im schlimmsten Fall auch Bruch, während andere Sportarten kaum Risiko aufweisen. Dies hängt primär mit den Sportartspezifischen Bewegungsabläufen aber auch der Bewegungsrichtung ab. Wie bei anderen typischen Sportverletzungen sollte man auch beim Thema Steißbein die Statistik zu Hilfe nehmen und versuchen zu eruieren wie oft werde ich in meiner Sportart vermutlich auf das Steißbein fallen, wie oft werde ich einen Schutz tragen und wieviel ist mir dieser Schutz Wert. Bei den meisten Ballsportarten wird zu Recht kaum jemand einen Steißbeinschutz tragen, da hier andere Verletzungen Statistisch weit vorne liegen, zum Beispiel Bänderisse an Knie und Knöchel oder Brüche. Vor allem bei Boardsportarten wo man durch ein unvermitteltes Wegrutschen hart auf das Steißbein fällt macht ein Steißbeinprotektor Sinn. Besondere Verletzungsgefahr besteht beim Snowboarden und Skaten (Longboard Downhill und Halfpipe). Ebenso nimmt man beim Schlittschuhlaufen oder Rollerbladen gelegentlich Kontakt mit dem harten Untergrund auf. Auf einem sehr hohen Level befindet sich auch die Verletzungsgefahr bei Zweiradsportarten wie Motorradfahren und Mountainbike Downhill und Freeriding. In vielen Sportarten bei denen auch eine seitliche Fallkomponente vorkommen kann macht auch die Kombination mit Hüftpolstern Sinn. Die Hüfte ist ebenso wie das Steißbein so gut wie nicht durch Muskulatur geschützt und ein Aufprall trifft zumeist direkt auf den Knochen.

Für den Freizeitsportler – Von Snowboard bis Skate

steissbeinschutz

Protektorenhose mit integriertem Steißbeinschutz

Die universellste Lösung für das Gros an Freizeitsportlern sind sogenannte Protektorenhosen. Diese bieten guten Schutz für Steißbein, Hüfte und Oberschenkel, sind sehr angenehm zu tragen und können allroundmäßig für viele Sportarten eingesetzt werden. Diese Protektorenhosen haben wir eingehend im Protektorenhosen Test betrachtet, zwar in der Rubrik Wintersport zu finden aber ebenso geeignet um bei allen anderen Sportarten zu schützen. Während bei Rückenprotektoren, Protektorenwesten und Protektorenhosen oft ein Steißbeinschutz integriert ist, kann für manche Sportarten bei denen man nur nach hinten fällt ein separater Steißbeinschutz wie der von Asspadz Sinn machen. Gerade Anfänger beim Snowboarden, Skilaufen, Schlittschuhlaufen aber auch bei einigen Sommersportarten verletzen sich häufig am Steißbein. Im Gegensatz zu den gängigen Protektoren sind Steißbeinprotektoren am Markt rar gesäht und nur wenige Hersteller bieten brauchbare Produkte an. Unserer Meinung nach macht aber in den meisten Fällen eine Protektorenhose Sinn die neben dem Steißbein auch die seitlichen Hüftbereiche abdeckt.  Wer schon eine Protektorenweste oder Jacke, z.B. von POC besitzt kann mit dem Protektor Coccyx von POC problemlos per Klettverschluss und relativ kostengünstig den Schutz auf den gesamten Steißbereich ausweiten.

Für Motorradfahrer

Gerade für den Motorradbereich gibt es auch Protektorenpads speziell für das Steißbein die problemlos in bestehende Lederkombis eingesetzt werden können. So kann mit neuster Protektorentechnik eine protektorentechnisch veraltete aber sonst gute Kombi wieder auf den aktuellen Stand gebracht werden oder sogar besser als das Original werden. Gerade die empfohlenen Wechselintervalle von Einschubprotektoren von ca. 5 Jahren machen den Kauf einer kompletten neuen Motorradkombi dann überflüssig. Bei Motorradunfällen können extrem hohe Kräfte auf das Steißbein einwirken, hier sollte auf jeden Fall in Qualität investiert werden die auch die gängigen Prüfnormen für Motorradprotektoren erfüllt oder besser noch übertrifft.

Für Mountainbiker

Für die meisten Touren- und Cross Countryfahrer ist ein Steißbeinschutz unserer Meinung nach übertrieben, wer gerne sicher unterwegs ist oder es bergab auch gerne mal krachen lässt ist mit einer Protektorenhose gut bedient. Es gibt hier spezielle Modelle für Biker die beim Sitzen auf dem Sattel und beim Pedalieren nicht stören. Oft sind diese auch mit Hüftprotektoren kombiniert, was bei einen Sturz effektiv Prellungen und Abschürfungen verhindert. Diese Protektorenhosen für Biker tragen kaum auf und sind unter einer Bikershort kaum sichtbar, darüber hinaus kommen sie mit eingearbeiteten Sitzpolstern, sodass das Tragen einer Zusätzlichen Radhose entfällt. Bei Downhillern oder im Bikepark dagegen ist eine Protektorenhose fast schon Pflicht. Bei vielen Protektorenjacken für Mountainbiker ist der untere Teil des Rückenprotektors zudem verlängert und überlappt im Idealfall leicht den Steißbeinschutz der Protektorenhose.

Bei Osteoporose

Es ist zwar keine Sportart, aber wir möchten es hier trotzdem kurz erwähnen: Viele ältere Menschen haben bedingt durch Gangunsicherheit, Schwäche, Sehbehinderung und Reaktionsbeeinträchtigung ein erhöhtes Sturzrisiko. In Verbindung mit Hüftschutz-Protektoren können Hüftschutzhosen das Risiko eines Oberschenkelhals-Bruches deutlich reduzieren. Das Risiko einer Oberschenkelhalsfraktur stellt gerade mit zunehmendem Alter eine ernstzunehmende Gefahr dar. Eine Hüftschutz-Protektorenhose schützt bei einem Sturz und mindert die Gefahr einer Hüftverletzung. Im Bereich des Hüftschutzes werden von den verschiedenen Herstellern unterschiedliche Ansätze verfolgt die jeweils ihre Vor- und Nachteile aufweisen. Es gibt Hüftschutzhosen oder Hüftschutzslips die Platz für elastische Hüftschutzprotektoren bieten. Entweder sind diese fest vernäht oder sie können mit Klettverschluss oder in kleinen Einschubtaschen befestigt werden. Der große Vorteil dieses Systems gegenüber Einzelprotektoren ist ihr perfekter Sitz der garantiert dass sie dort bei einen Sturz auch schützen wo sie sollen. Einzelne Einschubpolster können hier nicht punkten, daher ist ihr einziger Vorteil die vielseitige Verwendbarkeit mit allen Kleidungsstücken. Unserer Meinung stellt die beste Lösung ein Set von 2-3 Hüftschutzhosen aus luftigem Material mit wechselbaren Protektoren dar. Diese können dann im Wechsel getragen und gewaschen werden und bieten den bestmöglichen Schutz. Von Einzelprotektoren, die zudem auch mit Plastiküberzug existieren raten wir ab, vor allem im Sommer sind diese zu warm und nicht atmungsaktiv und führen zu feuchten Hautstellen.

Bei Steißbeinprellung

steißbeinkissen

Beispiel eines Steißbeinkissens mit Aussparung (Übersicht durch Klick auf das Bild).

Was machen wenn es zu spät ist und das Steißbein ist bereits geprellt? Zu allererst sollte natürlich vom Arzt diagnostiziert werden ob das Steißbein gebrochen oder nur geprellt ist. In den meisten Fällen kann jedoch Entwarmung gegeben werden und die  Verletzung ist nicht so gefährlich wie es der anfängliche Schmerz vermuten lässt. Neben der Gabe von schmerzlindernden Medikamenten, zum Teil auch lokal im Bereich des Steißbeins gespritzt, ist vor allem die Druckreduzierung in diesem Bereich ein effektives Mittel zum schnellen und möglichst schmerzfreien Ausheilen des Steißbeins. Hier bieten sich zum Beispiel sogenannte Steißbeinkissen oder Ringkissen an die den Bereich des Steißbeins freihalten.

Übersicht über Steißbeinprotektoren für verschiedene Sportarten

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 Hersteller / Modell  Asspadz Steißbeinprotektor

PRO ES – Steißbeinschutz Sas-Tec

POC Protektor Coccyx

Hüftschutzhose Stabilo Hip
 Preis 52,20€ 26,20€ 34,95€ 20 – 35 €
 Einsatzzweck Einzelprotektor für das Steißbein bei Wintersport, Skateboard, Inline etc. Motorrad, Enduro, Motocross, Supermoto, Motorschlitten  Klettbarer Protektor für das Steißbein, kompatibel mit anderen POC Produkten Für Senioren oder Menschen mit Osteoporose bei denen eine erhöhte Gefahr für Oberschenkelhalsbruch besteht
 Besonderheiten + Gut wenn nur Steißbeinschutz benötigt wird
Zum Snowboarden empfiehlt sich eher eine komplette Protektorenhose die auch die Hüfte schützt
+ Sehr gute Qualität vom deutschen Hersteller SAS Tec
+ Überragende Impaktdämpfung
+ Spezifizierung nach Motoradnorm
+ Reversibel (beliebig oft verwendbar)
+ Sehr gut um bestehende Protektorenausstattung zu ergänzen
Protektoren and die angeklettet wird müssen dort für guten Halt flauschiges Material haben
+Atmungsaktiv
+Hoher Tragekomfort
+Protektoren leicht auswechselbar zum waschen
+Mehrere Hosen und ein paar Protektoren ideal und günstig kombinierbar
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